Mich interessiert,
was zwischen Mensch und Hund geschieht
Warum verhält sich ein Hund genau so? Was nimmt er wahr, was wir Menschen vielleicht übersehen? Und was verändert sich, wenn wir beginnen, eine Situation auch aus seiner Perspektive zu betrachten? Genau diese Fragen faszinieren mich.

Verhalten entsteht nie für sich allein. Es entsteht aus individuellen Erfahrungen und Erwartungen, aus Beziehungen, Situationen und Wechselwirkungen. Und jedes Verhalten ist zunächst einmal Kommunikation.
Deshalb schaue ich in meiner Arbeit nicht darauf, wie wir ein Verhalten manipulativ verändern können. Ich möchte verstehen, warum es da ist und was der Hund damit zum Ausdruck bringt. Welches Problem löst sich für ihn durch dieses Verhalten? Das, was wir „Problemverhalten“ nennen, ist für den Hund häufig ein Versuch, sich selbst zu regulieren.
Und ich schaue auf beide Enden der Leine: Was zeigt der Hund? Was tut der Mensch? Wie reagieren beide aufeinander? Wo entsteht Orientierung – und wo geht sie verloren?
Es verändert sich erstaunlich viel, wenn wir beginnen, genau dort hinzusehen.
Das ist für mich Erziehung durch Beziehung.
Der rote Faden
Meine Begeisterung für unterschiedliche Perspektiven und systemische Zusammenhänge begleitet mich schon sehr lange.

Ich habe Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Japanologie und Soziologie studiert. Der Blick auf gesellschaftliche Zusammenhänge und eine andere Kultur hat mich früh gelehrt, vermeintliche Selbstverständlichkeiten infrage zu stellen. Auch das systemische Denken prägt mich bis heute: Verhalten nicht isoliert zu betrachten, sondern danach zu fragen, in welchem Zusammenhang es entsteht und was aufeinander wirkt.
Danach war ich rund 25 Jahre im Verlagswesen tätig. Dort gehörte es zu meiner Arbeit, die unterschiedlichen Perspektiven von Verlagen, Buchhandel, Schreibenden und Lesenden zu verstehen, zu übersetzen und zusammenzubringen.
Im Grunde tue ich heute etwas ganz Ähnliches. Nur dass Hunde uns ihre Sicht der Dinge nicht mit Worten erklären können.
Meine hündischen Lehrmeister

Slash – mit ihm fing alles an.
Slash, ein Schäferhund-Leonberger-Mix aus schlechter Haltung, kam mit zwei Jahren zu mir. Unsicher und ohne verlässliche Orientierung hatte er gelernt, sich andere vom Leib zu halten, indem er nach vorne ging. Ich wollte nicht nur, dass dieses Verhalten aufhört. Ich wollte verstehen, warum er es brauchte. Neun Jahre, zahllose graue Haare und einige schlaflose Nächte später hatte Slash den Grundstein für meine Hundebegeisterung und meine Neugier auf das gelegt, was hinter Verhalten steckt.

Paula – meine Seelenhündin.
Paula kam als Welpe zu mir und ist bis heute meine engste Vertraute und treue Begleiterin. Sie kennt und spiegelt mich vermutlich besser als jedes andere Wesen. Von ihr habe ich feine Wahrnehmung, Körpersprache, Klarheit und das Setzen von Grenzen gelernt. Unter Artgenossen zeigt sie deutlich, was geht und was nicht und ist als „Fräulein Rottenmeier“ bekannt. Mit Paula durfte ich vieles von dem leben lernen, was heute meine Arbeit prägt. Ohne sie gäbe es die ErlebnisHunde nicht.

Leo – mein Herzenshund und Mr. Feelgood.
Der kleine Havaneser bringt eine unvergleichliche Leichtigkeit ins Leben. Er liebt Menschen, ganz besonders Kinder, und besitzt ein feines Gespür für soziale Situationen. Auch angespannte Hunde vermag er häufig zu entspannen; Artgenossen begegnet er beschwichtigend und souverän, Welpen ist er ein geduldiger und nachsichtiger Lehrmeister. Leo zeigt mir immer wieder, welche Kraft in Freundlichkeit, sozialer Kompetenz und Leichtigkeit liegt.
Heute arbeite ich mit Menschen und ihren Hunden
Ich bin Sozialwissenschaftlerin (M.A.), Hundetrainerin mit Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz, Therapiehundeführerin und für die gewerbliche Arbeit im Bereich der tiergestützten Intervention zugelassen. Darüber hinaus bin ich zertifizierter Life Trust Coach®.
Auch eine traumainformierte und traumasensible Sichtweise ist Teil meiner Arbeit. Erfahrungen hinterlassen Spuren. Bedürfnisse, Belastungen und vorhandene Ressourcen beeinflussen, wie wir Situationen erleben und wie wir auf sie reagieren – beim Menschen ebenso wie beim Hund.
All dieses Wissen bringe ich mit. Fertige Antworten oder Methoden habe ich nicht im Gepäck. Denn jeder Mensch ist anders. Jeder Hund ist anders. Und jede Beziehung zwischen beiden ist einzigartig.
Ich beobachte, frage nach, ordne ein und bringe mein Wissen und meine Erfahrung ein. Gemeinsam schauen wir darauf, was dieser Mensch und dieser Hund brauchen und was sich zwischen ihnen verändern kann.
Dabei geht es für mich nicht darum, einen Hund möglichst gut zum Funktionieren zu bringen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Orientierung zu geben, damit Vertrauen wachsen kann – und daraus zunehmend Freiheit entsteht.
Denn unsere Hunde haben uns etwas zu sagen – sofern wir bereit sind, ihnen zuzuhören.